ESC oder X
ESC oder X

Profi NAS für 6+1 HDDs im Raid für 335 Euro

Da ich mich aktuell ziemlich viel mit NAS-Systemen beschäftige, folgt hier nun eine zweite Anleitung. Diesmal möchte ich ein möglichst performantes NAS mit Raid-Support bauen. Als Ziel habe ich mir gesetzt unter 350 Euro zu bleiben, was ich auch geschafft habe.

Es werden 6 Festplatten im Raid 0/1/5/10 unterstützt. Zusätzlich stehen 2 SATA3 Anschlüsse, z.B. für eine schnelle Systemfestplatte und eine externe eSATA Schnittstelle bereit. USB 3.0 wird genauso wie HDMI und ein PCI-E 16x 2.0 Erweiterungsslot mit an Board sein. Und wie es sich für ein ordentliches NAS gehört wird auch auf den Stromverbrauch geachtet.

Die Zusammenstellung

CPU: Intel Pentium G3220 2x 2.60GHz 22nm 3MB Cache Haswell Sockel 1150 Boxed 65W TDP (ca. 60 EUR)
alternativ: Intel Celeron G1610 2x 2.60GHz 22nm 2MB Cache Ivy Bridge Sockel 1155 Boxed 55W TDP (ca. 38 EUR)


MB: GIGABYTE GA-H87M-HD3 Sockel 1150 USB3, 6x SATA3, 2xDDR3, GBLan (ca. 80 Euro)
alternativ: MB: Asus P8H77-I Sockel 1155 USB3, 2x SATA3, 4x SATA2, 2x DDR3, GBLan (ca. 100 EUR)


RAM: 4GB Dual Channel Kit Samsung 2 x 2GB DDR3-1066 (ca. 25 EUR)

PSU: BeQuiet PurePower 350W (ca. 40 EUR)

CASE: Lian-Li Q08B 6x 3,5, 1x 5,25, 2 Lüfter inkl., verfügbar in schwarz/silber/rot (ca. 85 EUR)
alternativ: Fractal Design Define R4 Silent Gehäuse (Testbericht) (ca. 100 EUR)

SATA-Controller: Asrock SATA3 Karte Serieller ATA-Controller, 2 Port ohne Raidmöglichkeit (ca. 15 EUR)
alternativ 2x SATA3 ohne weitere Raidmöglichkeit: DELOCK PCIe SATA3 2x int. (ca. 30 EUR)
alternativ zur Erweiterung: HighPoint RocketRAID 640L (4x SATA3), Raid 0,1,5,10 (ca. 95 EUR)

Software: Microsoft Home Server 2011 incl. SP1 64bit (ca. 40 EUR)
Alternativ: Microsoft Windows 7 Home Premium incl. SP1 64bit (ca. 75 EUR)

Software (optional): Twonky Media Server 7 (ca. 15 EUR)
Software (optional): Lights Out 1.x Private Lizenz (ca. 17,5 EUR)

Gesamt ohne Software: ca. 283 EUR
Gesamt inkl Software: ca. 338 EUR





Wirft man einen näheren Blick auf das Mainboard sieht man, dass es einfach perfekt für ein NAS System ist: Es bietet 6 SATA Anschlüße, USB 3.0 sowie vollwertige DDR3-Rams. Ein zusätzlicher PCI-E 2.0 16x Slot sorgt für die benötigte Skalierbarkeit.

Das Asus P8H67-I und P8H77-I unterscheiden sich im wesentlichen nur dadurch, dass das P8H77-I über einen zusätzlichen USB 3.0 Anschluss für z.B. Gehäusebuchsen verfügt.


Den zusätzlichen Asrock SATA3 Karte Serieller ATA-Controller benötige ich, weil ich alle 6-SATA Anschlüsse des Mainboards für Datenfestplatten nutze. Da aber noch eine separate Windows-Festplatte mit eingebaut werden muss (ich möchte Windows nicht auf den Datenfestplatten installieren), erweitere ich das Mainboard mit dem SATA3-Controller auf insgesamt 8-SATA Anschlüsse inkl. einem externen eSATA-Anschluss.

Wer noch etwas mehr Geld übrig hat bzw. weitere 4 SATA-Anschlüsse benötigt, dem empfehle ich den HighPoint RocketRAID 640L, der über 4 SATA3 Anschlüsse verfügt und die Raid Modi 0,1,5 und 10 unterstützt.



Warum ich mich für genau diese Komponenten entschieden habe ? CPU mäßig gibt es in diesem Preissegment nichts, was annähernd die Prozessorleistung des Dual-Core Celeron G1610 erreicht. Dank 22nm Fertigung ist dieser Prozessor gleichzeitig noch sehr sparmsam und stammt aus der 3ten Generation der Intel Core i Prozessoren, wurde aber in Funktionen und Cache sowie fehlender Turbo Unterstützung beschnitten. Als Grafikkarte dient die interne Intel HD Graphics des Prozessors.

Der Intel Celeron G1610 und auch der Intel Celeron G530 können ohne Probleme (ca. 35% Auslastung) 1080p streamen!

Vorteile:

- Aktuelle 22nm CPU-Technik (Release Date Q1-2013)
- Datenübertragungsrate volle 1GBit/s (120MB/s) sowohl lesend als schreibend bei nur 15-20% CPU-Last
- Hochkompatibler Raid 0/1/5/10 durch Intel Matrix Raid (ICHR10) möglich (max. 6 Festplatten)
- Geringer Idle Stromverbrauch (vergleichbar mit einer on-Board CPU wie dem AMD E-350)
- Durch USB 3.0, eSATA, SATA3, DVI und HDMI sind alle neuen Schnittstellen vorhanden
- Doppelte CPU-Leistung zu Intel Atom und AMD E-350
- Später gut zu erweitern (i3/i5/i7), PCI-E 16x 2.0 (aktuell belegt mit zusätzlichem SATA-Controller)
- Flüssiges DNLA und UPnP-Streaming zu einem Mediaplayer oder auf ein Android 4.x Smartphone
- Auch direkte 1080p-Wiedergabe durch HDMI möglich bei nur 35% Systemlast


Nachteile:

- Durch Boxed CPU-Kühler lauter als die meist passiven on-Board-CPUs
- Unter Vollast ca. 20 Watt Mehrverbrauch zu einem AMD E-350 System (allerdings bei doppelter Leistung)
- 30 EUR Mehrkosten verglichen mit einem AMD E-350 oder Intel Atom System


Ich denke die Vorteile überwiegen stark und mit diesem NAS System wird man sicher die nächsten Jahre überstehen. Das Mainboard arbeitet wie alle neuen Boards mit UEFI statt mit einem alten Bios und bietet damit eine Grafische Bedienoberfläche und Unterstützung aller neuen 64-Bit Standards wie mehr als 4GB Ram oder Festplatten größer als 2TB.

Beim Zusammenbau ist relativ wenig zu beachten. CPU auf Mainboard stecken, Boxed Lüfter einrasten und die beiden Arbeitsspeicherbänke montieren. Der komplette Zusammenbau sollte nach 1 Stunde erledigt sein. Ich selber habe aktuell 7 Festplatten verbaut, wovon sich 6 in einem Raid-5 Verbund befinden. Die Details könnt Ihr hier nachlesen: Raid-5 Verbund mit Intel onBoard-Raid.



Ihr solltet auf jeden Fall in der Mainboard-Konfiguration des UEFI (Bios) den SATA-Mode auf Raid setzen, damit das System später Raid fähig ist.



Lautstärke:

Das System ist trotz Intel Boxed Lüfter nicht laut. Ich habe lange überlegt mir einen Scyte Shuriken 2 Lüfter zu installieren, da ich wirklich ein Silent-Fanatiker bin. Aber ich habe es nicht eingesehen 25 Euro dafür auszugeben. Solange sich das System im Idle befindet, ist der Intel Boxed Lüfter akzeptabel. Der vordere 140mm Gehäuselüfter ist von 12V auf 7V gedrosselt, den oberen 120mm Gehäuselüfter habe ich nicht in Benutzung. Der Netzteil Lüfter ist BeQuiet! typisch nicht zu hören.

Verbrauch (Gesamtsystem mit 7 Festplatten):

Energiesparmodus: 0,5 - 1 Watt
Idle (7 Festplatten aktiv): 52 Watt
Idle (Festplatten schlafend): 38 Watt
Last 100%: 72 Watt

Das NAS ist so eingestellt, dass die Festplatten nach 15 Minuten schlafen geschickt werden, das ganze NAS fährt nach 30 Minuten in den Energiesparmodus. Dies funktioniert sehr zuverlässig. Die Aufwachzeit aus dem Energiesparmodus liegt bei ca. 20 Sekunden.

Verbrauchsmessung mit 2 verschiedenen Messgeräten: NAS mit 7 aktiven Festplatten (6x Seagate ST3000DM001 3TB + 1x Seagate ST500DM002 500GB):





Stromkosten:

Die Stromkosten habe ich wie folgt errechnet:

Laufzeit pro Tag: 4 Stunden Idle (alle Festplatten aktiv - dieser Modus ist aktiv wenn ich einen 1080p Stream laufen habe), plus 2 Stunden im Idle (Festplatten schlafend) plus 18 Stunden im Energiesparmodus.

4x 52W + 2x 38W + 18x 1W = 302W/h pro Tag. Ich bezahle aktuell 0,23 EUR pro Kilowattstunde.

Kosten pro Tag: 0,07 EUR
Kosten pro Woche: 0,49 EUR
Kosten pro Monat: 2,20 EUR.

Bootfähigen USB-Stick erstellen

Da mein NAS kein optisches Laufwerk besitzt, muss die Installation von einem USB-Stick erfolgen. Dazu erstellt man mit einem beliebigen Programm ein ISO-Abbild der Installations-DVD. Dieses ISO-Image kann man mit dem Win 7 USB/DVD Tool (Download) auf einem USB-Stick mit mindestens 4GB Speicherplatz kopieren. Dies ist die einfachste Methode. Wer sein ISO-Image - warum auch immer - verändert hat kann dieses Tool allerdings nicht benutzen (es erscheint die Meldung ungültiges ISO-Image).

Daher beschreibe ich hier kurz wie man einen USB-Stick mit Windows-7 Mitteln bootfähig macht. Achtung: Es werden alle Daten auf dem USB-Stick gelöscht! Wer das Win 7 USB/DVD Tool benutzt hat kann sich diesen Schritt sparen!

1. Startmenü: Ausführen...
2. diskpart
3. list disk
4. Den USB Stick in der Liste finden (lässt sich meist anhand der Größe leicht erkennen)
5. select disk X (X muss mit dem USB-Stick ersetzt werden, also z.B. select disk 3
6. clean
7. create partition primary
8. select partition 1
9. active
10. format fs=fat32 quick
11. assign
12. exit

Der USB-Stick ist nun bootfähig. Nun kann der komplette Inhalt der ISO-Datei (also nicht die ISO-Datei selbst) oder der DVD auf den USB Stick ganz normal z.B. mit dem Windows Explorer kopiert werden. Es können auch nachträglich andere Dateien hinzugefügt werden. Dies ist auch nach Benutzung des Win 7 DVD/USB Tools möglich.


Installation des Windows Home Servers 2011

Bevor wir nun die Software (ich verwende hier den preisgünstigen Windows Home Server 2011) installieren, geht es erstmal ins UEFI (Bios). Hier sollte die Boot-Reihenfolge folgendermaßen festgelegt werden: 1. Die Festplatte auf das Betriebssystem installiert werden soll und 2. Der USB-Stick bez. falls vorhanden das DVD-Laufwerk. Auf keinen Fall andersherum da während der Installation des WHS 2011 ca. 5x neugestartet wird. Von USB/DVD soll aber nur beim ersten Mal gestartet werden.

Dies erreicht man, indem man während des Bootvorganges die Taste F8 drückt und manuell den USB-Stick auswählt. Bevor wir aber die Installation starten, sollten wir den LAN-Treiber der Netzwerkkarte auf den USB-Stick kopieren, da der WHS 2011 leider nicht einmal die Realtek Lan-Treiber mit an Board hat. Dieser Treiber wird während der Installation benötigt! Den aktuellsten Treiber gibt es direkt bei Realtek (Download). Diesen Treiber in einen Ordner entpacken und auf den USB-Stick kopieren. Bei allen Treibern für den WHS 2011 gilt: Die Treiber für Win7 64bit/Windows Server 2008R2 sind die richtigen!

Die Installation des WHS 2011 ist zwar einfach aber nicht mit z.B. Windows 7 vergleichbar. Man hat deutlich weniger Möglichkeiten, so ist es z.B. während der Installation nicht möglich Partitionen zu erstellen oder zu löschen. Der WHS 2011 sucht sich eine primäre Festplatte (sollte dies aus irgendeinem Grund die Falsche für euch sein, klemmt Ihr am besten die anderen Festplatten erstmal ab). Die primäre Festplatte wird vom WHS 2011 komplett neu partitioniert und formatiert! Die Festplatte muss mindestens 160GB groß sein! Der reale Platzbedarf liegt aber nur bei ca. 22GB. Wer z.B. auf einer kleinen SSD installieren will, muss das ISO-Image verändern wie das geht steht hier.

Hat man diese Hürde genommen, geht die Installation ohne zutun vorran. Nun wird sich der WHS 2011 melden mit der Meldung kein Netzwerktreiber gefunden. Hier einfach auf Treiber installieren klicken. Im nächsten Schritt gibt man Servernamen, Seriennummer und ein paar persönliche Daten an. Das war alles. Als erstes empfehle ich die neusten Treiber für die interne Intel Grafik, den Intel Chipsatz und den Intel Raid-Controller zu installieren. Die neusten Version gibt es im Intel Download Center.


Konfiguration der Festplatten und Dateifreigabe

Egal ob man einen Raid-Verbund aus mehreren Festplatten besitzt oder einzelne Festplatten: In einem NAS ist die Windows-Dateifreigabe eine einfache und häufig genutzte Möglichkeit um Daten für andere Computer im Netzwerk bereitzustellen. Ich mache die Freigabe komplett manuell und wer einmal verstanden hat, wie das Rechtesystem in Windows funktioniert wird es immer manuell machen wollen. Die wichtigste Regel: Niemals Freigaben für die Benutzergruppe Jeder einrichten! Es sollte immer ein Benutzer erstellt werden inkl. Passwort. Nachdem der Benutzer angelegt wurde, navigiert man zu Computer und wählt die gewünschte Festplatte aus. Mit Rechtsklick und Eigenschaften gelangt man zur Registerkartenansicht.











Nun ist die Festplatte freigegeben. Bei der Vergabe von Rechten in allen Windows-Betriebssystmen (auch Server) muss beachtet werden: Verbieten Regeln gehen immer über Erlauben Regeln. Wenn wir also z.B. eine Freigabe erstellen und den Benutzer Jeder nicht löschen sondern einfach dem Benutzer Jeder alle Zugriffe verweigern, können wir soviele Benutzer wie wir wollen hinzufügen mit Erlauben Rechten: Der Zugriff wird nicht funktionieren!


NFS-Dateifreigabe unter WHS 2011

Info: Diese Freigabe muss nicht erstellt werden, wenn via DNLA (z.B. Twonky auf den Western Digital Live Player, siehe weiter unten) gestreamt werden soll!

Wer einen Computer oder einen Mediaplayer besitzt auf dem Linux installiert ist, kann mit wenigen Handgriffen die Dateien auf dem NAS über das Network File System Protokoll (kurz NFS) freigeben. Der WHS hat diesen Dienst zwar mit an Board, dieser muss allerdings manuell aktiviert werden. Dazu startet man den Server-Manager und navigiert unter dem Punkt Rollen auf Dateidienste. Dann oben rechts auf den Link Rollendienste hinzufügen klicken.





Jetzt ist der NFS-Dienst installiert und gestartet. Nun genügt ein Rechtsclick auf eine Festplatte oder einen Ordner, um über den Tab NFS-Freigabe eine neue Freigabe zu setzen.





Streamen von Videos/Musik/Audio

Zum streamen von Dateien empfehle ich den oben genannten Twonky Media Server, der wirklich alle Formate unterstützt und dabei wenig CPU-Last verursacht.



Als Streaming-Client verwende ich den Western Digital TV Live - HD Streaming Media Player (ca. 95 Euro). Dieser spielt 720p/1080p Videos sowie 3D-Videos ab. Die Videos können als MKV, DivX oder in dutzenden anderen Formaten vorliegen. Dieser Player arbeitet 100% mit dem Twonky Media Server zusammen. Ich habe den Player per HDMI mit meinem TV und per Netzwerkkabel mit meinem Server (auf dem die Videos / Musik / Bilder liegen) verbunden.

Alternativ dazu kann das NAS auch direkt über den HDMI-Anschluss an einen Fernseher angeschlossen werden. Die CPU-Last bei 1080p Wiedergabe liegt mit dem Intel Celeron G530 bei ca. 35%.



Außerdem kann ich allen das Addon Lights Out empfehlen, welches kostenlos erhältlich ist (aber leider sehr eingeschränkt. Wer das Addon ernsthaft nutzen möchte, kommt um eine Lizenzierung sehr wahrscheinlich nicht herum). Dieses Addon verbessert das standardmässig schon gute Energiemanagement des WHS 2011. Eine Überwachung der Netzwerkgeräte ist nur in der lizenzierten Version (17,50 EUR) möglich. Diese verhindert ein wechseln in den Energiesparmodus so lange das überwachte Gerät im Netzwerk aktiv ist.

Beispiel: Ich schaue einen Film über das NAS. Wärend der Wiedergabe fährt das NAS natürlich nicht in den Energiesparmodus. Nach der Wiedergabe (oder mittendrin) möchte ich kurz eine Pause machen. Ohne Lights-Out würde das NAS nach ein paar Minuten (wie eingestellt) in den Energiesparmodus wechseln. Ein weitergucken wäre dann z.B. mit dem Western Digital Live Player nicht möglich, da der Player das NAS nicht aufwecken kann. Mit Lights-Out hingegen fährt das NAS erst in den Energiespamodus wenn ich den Player ausschalte. Komfort - Wers nicht braucht kann 17,50 EUR sparen :)

Hat Ihnen dieser Beitrag geholfen ? Dann unterstützen Sie mich mit einem Einkauf bei Amazon.de:
103 Kommentare

Von Konrad am 08.01.2014 18:49
Hallo Stefan,

danke für deine Seite. Absolut! Hätte eine kleine Frage. Hier wird hauptsächlich über größere Dateien gesprochen. Kann man das System auch für viele kleine Dateien sinnvoll anwenden.

Vielen Dank
Konrad

Von Chris am 05.01.2014 16:25
Hallo Stefan,

super seite mit wirklich guten Informationen. Möchte auch einen NAS/Media-Serveraufbauen und würde dich gerne Fragen, welche Komponenten du heute verwendet würdest?
Denn mittlerweile ist die Technik vorangeschritten und ich denke es gibt heute evtl. bessere Komponenten mit welchem man so einen NAS/Media Server ausbauen kann.

Ich möchte den NAS auch als Raumüberwachung einsetzten, aber ich denke damit wird der Stromverbrauch extrem ansteigen.

Könnte man mit einer guten DVB-Karte auch HDProgramme aufnehmen und das alles auf dem Server laufen lassen?

Danke im Voraus

Grüße
Chris

Von Stefan (OC-Facts.de) am 20.07.2013 18:17
@ Steffen: Die 18W sind unter Volllast des Controllers und ich bezweifle ehrlich gesagt das der Controller so viel verbraucht. Ich habe bei mir noch nicht gemessen, werde das aber noch nachreichen (wir sind gerade umgezogen und ich habe noch nicht alle Sachen wieder beisammen). Ich glaube deine Idee mit der Einzelplatte zum Cachen (also den Raid dann schlafen zu lassen) müsste funktionieren. Sobald dann aber eine Anfrage an den Raid geht, werden natürlich alle Platten auf einmal geweckt - der einzige Nachteil an einem Raid-Verbund.

Die WD Red Festplatten sind ok, wir benutzen die teilweise auch in unseren Firmenservern - allerdings noch nicht lang genug um da jetzt Langzeitprognosen von abzuleiten. Die Seagates sollten meiner Meinung nach nicht schlechter sein. DELL liefert für unsere Server meistens Seagate Constellations oder die WD Enterprise Serie (WD2000FYYZ). Die Seagates gefallen mir deutlich besser, ausgefallen sind aber weder Seagate noch WD bisher (bisher ist nur eine WD im 2,5 Zoll Format 500GB ausgefallen).

@Igor: Wenn Du mit einer Festplatte startest, gibt es die Möglichkeit die Daten mit in einen Raid5 zu nehmen, dann brauchst Du im nächsten Schritt aber 3 Festplatten. Von 2 auf 3 geht es nämlich nicht ohne Datenverlust. Das überführen in einen Raid5 ist dann sehr einfach (das macht die Intel Software von alleine, Du musst nur die Festplatte auswählen, von der die Daten übernommen werden).

@Thomas: Sorry, 4K Material habe ich noch nicht getestet. Der h.265 Codec ist ja auch noch sehr jung. Meiner Meinung nach sollte 4K aber durchaus machbar sein, denn bei Full-HD ist noch sehr sehr viel Platz von der CPU her. Sonst kannst Du ja auch den kleinen Core i3 nehmen - da hast Du dann sicher noch Platz. Ob 300MHz von der größeren Celeron CPU einen großen Unterschied machen ? Vielleicht so 10-12% mehr Leistung würde ich schätzen.

@Markus: Wenn Du 8 Festplatten im Raid möchtest, kommst Du um einen Hardware Raid (externe Karte) nicht herum, selbst wenn Du ein Mainboard mit 8 SATA Anschlüssen findest (die gibt es), dann kannst Du den Raid aber nur über 6 Ports anlegen + 2 single Ports, denn die Mainboard Chipsätze können max 6 Ports. Die zusätzlichen Ports werden über einen zweiten Chipsatz realisiert. Außerdem würde ich bei 8+ Festplatten zu Raid6 greifen (was die onBoard Chipsätze nicht können).

@Andreas: Ich denke der Celeron dürfte passiv laufen - aber nicht nur mit dem Netzteil Lüfter. Dürfte zu eng bemessen sein, vor allem wenn da dann noch ein paar Festplatten mitlaufen. Ich rate dir zu einem Scythe Big Shuriken 2 mit reduzierter Lüfterdrehzahl, zum Beispiel mit Speedfan einstellen (siehe mein Artikel) oder mit einem 5V/7V Stromadapter.

Von Andreas am 19.07.2013 17:44
Hallo Stefan,

Ich würde das Sytem mit dem G1610T gerne (fast) passiv betreiben und als einzigen Lüfter, den des Netzteils benutzen. Für die CPU müsste wohl ein relativ flacher Kühler (soviel Platz zum Netzteil ist ja nicht) ohne Lüfter ausreichen. Hast Du da Erfahrungen, bzw. wie siehst Du die Chancen das es ausreicht? Und hast Du evtl. sogar einen Tip bezüglich eines geeigneten Kühlers? Vielmehr als 10 cm zum Netzteil dürften wahrscheinlich nicht zur Verfügung stehen.

Gruß
Andreas

Von Andreas am 18.07.2013 01:50
@Markus:
Der H77 Chipsatz unterstützt grundsätzlich nur 2 SATA3 und 4 SATA2 Anschlüsse. Das einzige Board, dass noch zwei weitere SATA3 Anschlüsse bietet ist meines Wissens das ASRock H77 Pro4-M. Allerdings kannst Du diese zusätzlichen Anschlüsse nicht mit in ein RAID einbinden. Sofern Du also auf den H77 Chipsatz bestehst und 8 HDD in einem Raid verbinden möchtest, wirst Du das über eine Raid-Controller lösen müssen.

Von Thomas am 24.06.2013 10:07
Markus, ich werde meine CPU auf etwas größer dimensienieren, ich tendiere zum Core i3 3220

Von Markus am 18.06.2013 23:14
Hi,
klingt nach einem sehr spannenden Projekt. Wie schon ein Vorredner würde ich jedoch auch eine Stufe größer planen, d.h. mit 8+1 Platten rechnen.
Somit sähe meine Config aus wie folgt:
* CPU, RAM und PSU wie beschrieben (Intel Celeron G1610 bei 4 GB RAM mit BeQuiet PurePower 350W)
* Case: das alternativ genannte Define R4, weil es ausreichend Platz bietet
* SATA-Controller: ASrock SATA3 (2 Port ohne Raidmöglichkeit)
* Software wie beschrieben

ABER leider werde ich nicht fündig bei einem passenden Mainboard mit 8 SATA II-Anschlüssen (oder SATA III) bzw,. ich finde nur Boards mit P67- und Z77-Chipsatz; nur läuft das meines Wissens der G1610 nicht drauf, korrekt?
Kennt jemand ein passendes Board zur CPU? Oder muss ich zu einer anderen CPU greifen und wenn ja, welche bietet sich da an?

Von Markus am 16.06.2013 23:56
Hallo Stefan,
ich habe mal eine Frage, ich habe nun mit diesem Guide das Schnuckelchen mal gebaut. Problem ist, er geht, solange er im Netzwerk ist nicht schlafen. Ich befürchte, ich habe irgendwo eine Option im UEFI oder in den Netzwerkkarten Eigenschaften zu viel gesetzt. Könntest du dies in deinem Guide noch hinzufügen, was eingestellt werden muss, damit der kleine gut schläft?

Von Thomas am 13.06.2013 19:49
Ähm, steht zwar schon etwas weiter unten was zu 4K-Streaming, aber reicht die CPU auch für 4K-Material mit 50 oder 60fps? Meine jetzige Actioncam liefert knapp 30mbit in FullHD mit 50fps.

Ich hätte da gern etwas Reserve. Es gibt ja noch den G1620 mit 2,7 Ghz, aber das wirds wohl kaum bringen.

Von Thomas am 13.06.2013 18:50
Hi,
erstmal vielen Dank! Ich werde einen Server nach deinen Vorgaben aufbauen. Da ich viel mit Videoschnitt mache, hätte ich gern ein zukunftsicheres System, was auch in der Lage ist 4K-Material zu streamen.
Was meinst du, welche CPU sollte dafür verwendet werden?

Danke und Gruß

Weitere 93 Kommentare anzeigen
Diesen Artikel kommentieren:


Name:

Kommentar:
   
     Bild neu laden

Bild abtippen: