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Intel Core i5 2500k übertakten

Ein bisschen Geschichte ..

War das Übertakten der Intel Core2Duo und Core2Quad Serie noch eine echte Arbeit, geht dies bei den Intel Core i5-2500k und Intel Core i7-2600k Modellen fast von alleine. Ausgestattet mit einem frei wählbaren Multiplikator, muss der Benutzer nur seinen gewünschten Multiplikator einstellen, eine CPU-Spannung festlegen - das war alles.

Der Nachteil ist, dass man zum Übertakten wirklich nur die K-Modelle benutzen kann, alle anderen haben keinen großen Übertaktungspielraum. Bei den älteren Intel Core2Duo Modellen konnte man für 40 Euro einen E2160 Prozessor mit einer Standardtaktung von 1,8GHz mal eben auf 3,2GHz anheben - und das beinahe risikofrei. Die K-Modelle sind etwas teurer: Für das Vierkernmodell i5-2500k muss man ca. 180 Euro hinlegen, beim i7-2600k sind es nochmal 90 Euro mehr. Dafür bietet das i7-Modell Hyperthreading und 2MB mehr L3-Cache.

In fast allen Spielen bringt Hyperthreading (noch) keine Vorteile, weshalb der i7 dort nur 2-3 Prozent schneller als der i5 ist. In Anwendungen, die mit den (virtuell) 8 Kernen des i7 umzugehen wissen, lassen sich Unterschiede von bis zu 25% beobachten.


Was ist Hyperthreading genau ?

Prozessoren mit Hyperthreading können auf einem Prozessorkern quasi 2 Aufgaben zur gleichen Zeit abarbeiten. Dazu wird im Betriebssystem die doppelte Anzahl an eigentlichen Kernen angezeigt und verwaltet. Um zu verstehen wie Hyperthreading wirklich arbeitet, muss man sich folgende Abbildung anschauen:



Wie man sehen kann, entstehen bildlich gesprochen bei jedem Thread (also jeder Aufgabe die an einen Prozessor gesendet wird) ein paar Lücken. Die Hyperthreading Technologie füllt diese Lücken nun bereits mit der nächsten Aufgabe die im Anschluss folgen soll. Im Idealfall kann ein Prozessor mit Hyperthreading seine Aufgaben so bis zu 25% schneller abarbeiten. Der Nachteil: Die Auslastung des Kernes steigt etwas an, dadurch wird auch die Wärmeabgabe größer (und die interessiert uns beim Übertakten natürlich). Allerdings sind die i7 Prozessoren meist von etwas höherer Güte, so dass sich dieser Nachteil fast wieder ausgleicht.

Wer die 90 Euro Mehrpreis investieren kann, sollte dies tun. Wer nur Spiele spielen möchte, ist mit einem i5 genausogut beraten - Aber die Entscheidung muss jeder für sich treffen.


Das neue System

Ich wollte für meinen Intel Core2Quad Q9550 einen Nachfolger - nicht weil der Intel Core2Quad Q9550 mit seinen auf 3,8GHz angehobenen Takt zu langsam gewesen wäre - sondern weil mir danach war :)

Nach langem hin und her habe ich mich für den Intel Core i5 2500k entschieden, der aktuell für ca. 180 Euro den Besitzer wechselt. Das Mainboard kommt wieder von ASUS, da ich mit meinem alten sehr zufrieden war. Da ich auch hier nicht viel ausgeben wollte, wurde es das ASUS P8P67 Rev.3.1 für 110 Euro. Es besitzt USB 3.0 und SATA 3 (600), bietet 4 DDR3-Ram Bänke die bis zu 32GB Ram fassen. Bluetooth, Gigabyte LAN und eine Soundkarte sind Standardgemäß mit an Board. Wenn man Übertakten möchte, muss man ein Sockel 1155-Mainboard mit P67 oder Z67 Chipsatz wählen.

Die Core i5/i7 Prozessoren unterstützen 2-Kanal DDR3-Speicher mit bis zu DDR3-1333. Der Speichercontroller befindet sich bei Intel Core i-Prozessoren im Prozessor selbst und nicht mehr wie früher auf dem Mainboard (Northbridge). Nativ wird Arbeitsspeicher bis zu DDR3-2133 unterstützt (der Geschwindigkeitsgewinn gegenüber DDR3-1333 hält sich allerdings in Grenzen). Aber da die Arbeitsspeicher Preise gerade im Keller sind, habe ich mich für 2x4GB G.Skill DDR3-2133 CL11-11-11-30 Speicher der RipjawsX Serie entschieden für nicht einmal 80 Euro. Ein Schnäppchen. Diese laufen mit 1.5V und sind daher hochkompatibel. Ich rate generell vom Speicherkauf ab, wenn diese mehr als 1.5V verbrauchen. Die DDR3-2133 Riegel sind handselektiert und ermöglichen so die hohen Taktraten bei einer Standard-Spannung von 1,5V. Wen es interessiert: JEDEC-Standard.



Besonders wichtig beim Übertakten ist natürlich die Kühlung: Bei mir sollte es der Noctua NH-D14 des österreichischen Herstellers sein. Dieser bietet ein Dual-Fan System mit einem 120mm und einen 140mm Lüfter. Mehr (Luft)-Kühlung geht nicht. Mit 70 Euro ist dieser zwar nicht gerade billig, aber die Verarbeitung, Kühlung und Kompatibilität sowie die geringe Geräuschentwicklung sind Oberklasse. Man benötigt aber ein relativ großes Gehäuse der Kategorie Bigtower um genügend Platz für dieses Monstrum zu gewährleisten.




Nach dem Zusammenbau

Da das Zusammenbauen wirklich Plug-Play ist, gehe ich darauf hier nicht ein. Nach dem ersten Starten des PCs geht es erstmal ins Bios. Der Arbeitsspeicher wird als DDR3-1600 erkannt (dies ist normal) und muss auf DDR3-2133 umgestellt werden. Danach die Bootreihenfolge ändern, speichern und Windows 7 installieren. Im Standardtakt. Nachdem alle Updates und Treiber installiert sind, kann das Übertakten losgehen. Dazu benötigen wir erstmal ein paar Tools:



Prime 95 ist ein Stress-Tesing Tool, also eine Software die das System (den Prozessor) komplett auslastet. Hiermit prüfen wir später ob sich der Prozessor korrekt verhält oder sich ab und zu verrechnet bzw. instabil läuft (dazu später mehr).

Mit dem Programm CoreTemp lesen wir die aktuelle VID aus, ermitteln die Temperatur der Prozessorkerne.

CPU-Z zuletzt zeigt uns die real anliegende Spannung an. Es werden noch weitere nützliche Informationen angezeigt wie Taktfrequenz, Bus Takt, Multiplikator, Featureset oder ob der Arbeitsspeicher in Dual-Channel Modus läuft und wie schnell.

Nun gehts ran: Wir versuchen die möglichst gerigste Spannung für eine bestimmte Taktfrequenz zu finden. In meinem Beispiel habe ich mich für 4,5GHz entschieden. Im Idle-Modus (Speedstep) taktet der Prozessor immernoch brav auf 1,6GHz zurück. Da sich der Computer die meiste Zeit in diesem Bereich befinden, soll er natürlich auch in diesem Bereich stabil laufen. Ich halte nichts davon den Speedstep Modus zu deaktivieren, denn das sorgt dafür, dass der Prozessor unnötig warm wird weil ich immer auf maximale Taktfrequenz arbeitet.

Um die geringste Spannung zu finden, wird im Bios ersteinmal folgendes eingestellt: Vcore Voltage: 1,25V, Turbo Muliplier: 45. Bei einem Basis-Bustakt von 100MHz ergiebt dies eine Maximalfrequenz von 4,5GHz.

Nun starten wir zuerst einmal alle 3 Programme. In Prime95 klicken wir auf Just Stress testing und wählen als Option zuerst einmal Small-FFTS aus.



Zuerst einmal testen wir grob mit einer Dauer von 15 Minuten. Tritt in diesen 15 Minuten kein Fehler in Prime95 auf, können wir entweder die Taktfrequenz erhöhen oder die CPU-Spannung verringern - so wie es uns beliebt. Irgendwann wird dann ein Fehler in Prime95 auftauchen. Es kann auch einen Bluescreen oder einen Freeze (also Einfrieren des Bildschirmes geben). Dann wissen wir: Entweder Taktfrequenz runter oder CPU-Spannung erhöhen. Nachdem wir die gewünschte Taktfrequenz gefunden haben und die 15 Minuten Kurztestphase fehlerfrei durchlaufen wird, können wir den Intensivtest von mindestens 1 Stunde starten. Ich habe mein System 6-Stunden lang am Stück mit Prime95 getestet. Umso länger, desto mehr Testszenarien werden durchlaufen und umso zuverlässiger können wir die Stabilität testen.

Hinweis: Nun sollte man in CoreTemp beobachten können wie die Kerntemperatur des Prozessors steigt. Als absolute Obergrenze für ein normal betriebenes System habe ich mir bei 70°C gesetzt. Andere setzen Ihre Grenze erst bei 75 oder 80°C, ich habe aber lieber immer etwas Luft nach oben - Die nächsten Sommertage kommen bestimmt. In CPU-Z können wir zudem die aktuell real anliegende Spannung auslesen. Mein mir gesetztes Maximum bei den Core i Prozessoren der 2ten Generation liegt bei 1,30V.

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1634 Wörter, geschrieben am 04.11.2011 von Stefan in der Kategorie Overclocking.

Tags: Intel Core i5-2500k, Intel Core i7-2600k, Sandy Bridge, Übertakten, ASUS, CPU-Z, CoreTemp, Prime95, DDR3-2133, HyperThreading